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In the Loop

Good morning, my little chicks and cocks.

Erster Satz von Malcolm Tucker. In the Loop.

Malcolm Tucker, dieses Arschloch unter Arschlöchern, ist der Salvadore Dali der wüsten Beschimpfungen und Fluchereien. Keine Kombination von verfickten Schimpfwörtern, die er nicht verfremden, verbiegen und über die gedachte Tischkante legen könnte. Tucker ist nicht zuletzt deswegen die für den Zuschauer bestimmte Charakterschlampe; die treibende Kraft der Aufmerksamkeit. Darüberhinaus bietet der Film jedoch ein verflucht geiles Darstellerensemble: Capaldi als Tucker und Gandolfini als Army Lieutenant General sowieso, außerdem Mimi Kennedy, Anna Chlumsky (My Girl Vada, awww) und Tom Hollander (als wunderbar merkbefreiter und den Plot anstoßender Minister Simon Foster). Paul Higgins als Jamie MacDonald, die rechte Hand von Tucker, sei des weiteren hervorgehoben. In the Loop ist die lower-level Antithese zu The West Wing.

Jamie MacDonald See that fax?
Michael Rodgers Yes.
Jamie MacDonald That is your career. And I think it might be fucked, but let’s just check. Yeah, yeah, it’s pretty fucked. Now, I hope you can play the spoons, because you’re too old to go back to being a gentleman’s fluffer.

Doch abseits aller Überzogenheiten der meisten Charaktere, der witzigen One-Liner und der damit einhergehenden verfickt-guten Unterhaltung ist In the Loop ein wunderbar zynisches Stück über Politik, dass bisweilen über einfache Satire weit hinausgeht. Mittelpunkt sind hier nicht die sichtbaren Entscheidungsträger, sondern vielmehr die vielen, vermeintlich kleinen, Zahnrädchen im und ums Regierungsgetriebe, welche sich jeweils in verschiedene Richtungen drehen und ihren Teil zum Chaos beisteuern.

Somit erfolgt nun der Anschaubefehl: Anschauen, du Wichser.

Donnerstag, 11 Februar 2010

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