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Everything Everywhere All at Once

Drüben bei Marvel lässt man Doktor Seltsam mechanisch durch einen vom Komitee bestimmten und ausgerichteten Plot wandeln und nennt das Ganze vollmündig Multiverse of Madness. Ich gähne mehrmals.

A24 wiederum lässt zeitgleich die Jungs, welche sich mit Swiss Army Man warm geschrieben haben, weiterspielen, um auch in Everything Everywhere All at Once einige Genres und Stile miteinander kollidieren zu lassen. Heraus kommt dabei mindestens ein Film, der in einer 3-minütigen „Kampf“sequenz mehr Kreativität offenbart, als es Doktor Seltsam in 2 Stunden fertig bringt.

Ein höchst vergnüglicher, bisweilen auch thematisch dezent schwerer Film, der mir nicht nur wegen seiner Darsteller und des schnoddrigen Stils sehr gefiel, sondern weil er das Konzept Multiverse nicht rein im comichaften „Wäre es nicht cool, wenn…?“-Gedanken verweilen ließ, sondern es ebenso als Sprungbrett für Existentialismus, Nihilismus und Humanismus nutzte. Das liegt geradezu auf der (Hot Dog-)Hand.

Ich war daher etwas irritiert, als ich den Eintrag zum Film beim sonst sehr geschätzten Coldheat las, und seine sehr sonderbare Einschätzung des Konzepts Multiverse.

Angel (Youtube) hatte die Kernaussage des Films bspw. vor 2 Dekaden schon bedeutend kürzer und ohne Multiverse zusammengefasst, aber hell… die Welt ist dank des Films ein klitzekleines bisschen weniger arm.

Samstag, 28 Mai 2022
Photo by Jakub Petro on Unsplash

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