abbegehung

Ende September sitze ich im Kellerloch.
Auf dem Boden.
Um mich herum liegt ein Teil der alten Inneneinrichtung; Bretter hier, Glasplatten dort. Sie werden umrahmt von einem losen Verbund Schrauben. Irgendwann, ich lasse gerade ein weiteres, gelöstes Brett jäh zur Seite fallen, stoppe ich. Der Moment verlangt nach einer Pause.

Ich ziehe mich an und gehe nach draußen. Es ist ein schon dunkel, ein bisschen nebelig und keine Menschenseele weit und breit in Sicht. Kurzerhand zieht mich der Moment weiter und ich laufe. Laufe alte Umgebungen ab und schwelge in diesem fahrigen Gefühl.

Vor mir die Uni, dieses viel zu große Gebäude. Ich sehe neue Häuser, die mir so gut wie nichts sagen. Ein zutiefst bürokratischer Quader hier, ein viel zu gepflegt aussehendes Wohnheim dort. Beides umrahmt eine große Baustelle, voll von losem Gut, welches scheinbar wahllos in der Nacht zurückgelassen worden ist. Es ist kalt und schließe den wehmütigen Gang als große Runde ab. Kehre wieder ein in das Kellerloch.

Dort setzte ich mich auf den Boden und beginne, den Rest der Inneneinrichtung zu zerlegen.
Brett um Brett.
Schraube um Schraube.

Samstag, 31 Dezember 2016

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