Mord

smäßigen Spaß habe ich als Inhaftierter Bielefelds immer dann, wenn ich neue Plakate der Verkehrsbetriebe erspähen darf. Denn: wer sich auch immer für deren Gestaltung verantwortlich zeichnet; wer auch immer in letzter Instanz sein OK dazu gibt, dieser Person möchte ich in den meisten Fällen stets gratulieren und ein Bierchen ausgeben. Für den Unterhaltungswert.

An unangefochtener Spitze der Vergnüglichkeitsskala befinden sich seit jeher die Plakate für den SparrenExpress, der „Partywagen“, dessen Nutzung mit dem Slogan „Drink & Drive“ beworben wird. Und konstant wie das Amen in der Kirche wird dieser Slogan immer am prominentesten auf den Plakaten positioniert, so dass man 2x hinschauen muss, ob mobiel da nicht tatsächlich Alkoholgenuß und Fahren im eigentlichen Sinne bewirbt. Auch eine Taktik.

In letzter Zeit hängen wiederum Plakate als Teil einer „Zivilcouragekampagne“ aus. Entgegen der inzwischen so von mir verehrten Tradition gibt es sogar solche, die nicht sofort auf den ersten Blick missverständlich wirken.

Ich meine, das auch schon mit anders platzierter „Ich wähle […]“-Zeile gesehen zu haben

Obwohl, ich bin inzwischen schon so geeicht, dass ich die erste Zeile lese und mich innerlich diebisch freue, bevor die nächste Zeile enttäuscht und meine geradezu gackernde Freude wieder erstickt. Ihr habt mich da aber anders konditioniert, liebe Verkehrsbetriebe!

Samstag, 17 Dezember 2011

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