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WiFiese Codeschnipsel

Schockschwere Not, Batman! Google sammelt Daten!

In Holzschland stimmt man folglich ein: „‚Street View'“ hat auch E-Mail-Inhalte erfasst“ (tagesschau.de).

Wir wussten es schon immer. Böses Google. Geh in dein Zimmer! Ich widme mich jetzt meinen Mails auf den eigenen gmx-, GMail- und Hotmail-Accounts, während ich mir eine Strafe überlege. Einfach so fremder Leute Mails ein- und vielleicht sogar auslesen – un-ge-hört.

Wo war ich doch gleich? Achso, die wunderbare Erklärung Googles. Wie grandios ist die bitte?

Nine days ago the data protection authority (DPA) in Hamburg, Germany asked to audit the WiFi data that our Street View cars collect for use in location-based products […] His request prompted us to re-examine everything we have been collecting, and during our review we discovered that a statement made in a blog post on April 27 was incorrect.
[…] it’s now clear that we have been mistakenly collecting samples of payload data from open (i.e. non-password-protected) WiFi networks, even though we never used that data in any Google products.

WiFi data collection: An update (googleblog)

Schuld soll Code sein, welcher 2006 geschrieben wurde, genau diese Daten mit ausliest und ohne Wissen um diese Eigenschaft von den Verantwortlichen für das derzeitige Projekt wiederverwendet worden ist. Ah-ja.

Wenn man sich vor Augen hält, dass Google in Daten macht; hell, dass Google im Kern-geschäft einzig Daten ist, dann wirkt dieses „re-examine everything we have been collecting“ knuffig. Dergestalt, dass es schwer vorstellbar ist, Google schickte all die Wägelchen hinaus ins Land, mit irgendeiner nicht abgeklopften Software ausgerüstet, ohne genau zu wissen, welche Daten man denn nun letztlich sammelt. Aber schön gedreht, lieb-böses Google. Schon nervig, diese von Datenschutzphobie (Datenschutz nur in D echt mit Anführungszeichen) durchfressenen Deutschen, deren öffentlich-schürenden Obersten man ja doch irgendwie entgegenkommen muss. So wird aus einer – über kurz oder lang – erzwungenen, passiven Offenlegung, eben eine aktive Neuevaluierung, bei der einem gottseidank solche Fehltritte aufgefallen sind. Kudos.

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