Am Nichtmeer

Die vergangene Woche offline verbracht. Halt, das ist so nicht richtig; die letzten paar Tage war ich natürlich „online“, wie könnte ich auch nicht, als TechnikGeistKind der Zeit? Wie sollte das noch funktionieren, wie kann es überhaupt noch für unsereins eine Alternative geben? Das sogenannte Offline-Dasein ist nicht mehr möglich. Allein schon weil: Ich denke nicht nicht. Ich bin auf die ein oder andere Art immer online. Die Gedanken des Alltags wandern ebenso in der Online-Welt und in der Netzgegenwart umher, wie diese umgekehrt in den Alltag überschwappen.

„Bloggen ist Schreiben. Schreiben ist Bloggen“, nannte ich das einst. Die logische Konsequenz: Denken ist Onlinesein. Onlinesein ist Denken. Alles ist gleichfalls Teilhabe. Die Technik fließt, kennt dabei keine Grenzen und mit ihr fließt all das, was ist. Wir.

Also nochmal: Ich war die vergangene Woche online; im Standby-Modus. Alles fließt. Ich war standby am Meer.

Am Meer. Riesige Wassermengen mischen sich in stetem Durchlauf mit-, in- und auseinander. Und währenddessen treiben auf der Oberfläche kleine Nußschalen wirr durcheinander.

Als „Marienkäfer-Invasion“ wurden die zahlreich vorhandenen Tierchen gebrandmarkt. Grund für ihr Auftreten, sei „das hervorragende Nahrungsangebot für die Larven in diesem Jahr“. Beim Blick über das Strandpanorama stellte sich mir die Frage, wie der Strand wohl das Auftreten der gemeinhin als Urlauber bezeichneten gutgenährten Menschlein bezeichnen würde.

Freitag, 14 August 2009

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