»Sie beichten. Sie klagen an. Sie lachen.«

Heute haben Vodafone/Arcor, Kabel Deutschland, Hansenet/Alice, Telefonica O2 und (natürlich) die Telekom die Verträge über Internet-Sperren mit dem BKA unterschrieben. Hoffentlich hat sich wenigstens dieses Zurschaustellen fehlender Integrität für die betreffenden Unternehmen gelohnt. Oder wird es noch.

Bevor ich hier aber anfange, mich unvermeidlich in Rage zu schreiben – indem ich beispielsweise über solche Kommentare wie diesen auf tagesschau.de von einem Christoph Grabenheinrich veröffentlichten (Motto: Ich soll Journalist sein und „reflektiere“ in Kommentarform kommentarlos über die Dinge, weil ich bekannte, leere Spruchblasen der Familienministeriums-BKA-Junta unreflektiert als wahr ansehe.) abkotze – mache ich lieber einen auf Tucholsky und betrachte ein Bild, bis darauf Abgebildete zu mir sprechen…

(ddp)

Stopp! schreit mir der ganz links stehende Herr geradezu entgegen. Ich will nicht mit- und erst recht nicht zu dir sprechen und hält dabei das Stopp-Schild als Schutzwall gegen.

Ursuala von der Leyen spricht, indem sie zum rechts neben ihr stehenden Ellerbeck (Vodafone/Arcor) etwas sagt. Der wiederum bezeugt sein Interesse an ihren Worten mit einer leichten körperlichen Schieflage, dabei trotzdem darauf bedacht, sich nicht von den Kameras abzuwenden. Selbstzufrieden spricht er zu mir, steht da, wie ein nun satter Mensch. Nicht vollkommen zufrieden, aber genügsam. von der Leyen spricht Mut zu.

Ziercke sagt viel, indem er zuerst, selbst nach längerer Betrachtung, gar nichts sagt. Er steht stattdessen wohlweislich hinter von der Leyen und blickt zur Seite in die Ferne, den leeren Raum. In die Zukunft. Und man glaubt, nur für einen kurzen Moment würde sein Gesicht jetzt schon von einem wagen Anflug eines Lächelns gestreift. Vielleicht, weil die Zukunft für ihn und die ihm unterstellten Mannen nun mitunter rosiger als zuvor ausschaut.

Obermann gibt den Unbeteiligten zu verstehen. Den August, der nicht so recht weiß, warum er eigentlich dort steht, wo er steht. Aber schaut ihn euch länger an. Das ist keine Unwissenheit, dass ist das ferne, schon fast wieder verklungene Echo einer Vorraussicht, die seinen Geist kurz vereinnahmte. Er spricht zu mir, dass er am liebsten noch eine Person direkt vor sich stehen hätte oder aber, dass er jetzt baldigst einen Happen Essen vertragen könnte.

Hammerstein (CEO Kabel Deutschland) spricht und sagt mir, dass er im Grunde weiß, was er da gerade unterschrieben hat, aber die Kameras freuen ihn und er freut sich umso stärker darüber, dass ihn das freut. Selbstzufrieden bin ich, sagt er, während er nur die zahlreichen Journalisten vor ihm wahrnimmt.

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