»Battlestar Galactica« – die fahrige Retrospektive

The same thing we always do.

Starbuck. Lay Down Your Burdens. Part II

Mit Battlestar Galactica sah man im Jahr 2003 die modifizierte Neuauflage einer Serie, welche schon anno 1978 für eine Staffel über die amerikanischen TV-Bildschirme flimmerte. Produziert von Ronald D. Moore und David Eick, kann diese Version, mehr als zuvor, als wahres Kind ihrer Zeit gelten.

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My God. My Gods.

Die Originalserie handelt von den zwölf Kolonien, welche nach einem tausendjährigen Krieg mit den extraterrestrischenmetallenen Cylons und mit Hilfe des Verrats von Count Baltar, nahezu zerstört werden. Einzig eine Flotte aus Schiffen, unter ihnen die Galactica, kann sich den Angriffen entziehen und flieht. Während der Verfolgung von Baltar und den Cylons, den in jeder Folge obligatorischen Geplänkeln beider Parteien, macht sich die Flotte auf, die Erde zu finden. Die sagenumwobene Kolonie des verlorenen 13. Stamms.

Die 2003’er Version modifiziert das Ganze entsprechend. Die Menschen der Kolonien sind polytheistisch, ihre Götter ein Pantheon aus griechischen, römischen, nordischen, ägyptischen und fernöstlichen Gestalten. Die Cylons wiederum sind hier von Menschen geschaffene Roboter, welche sich gute 50 Jahre vor Serienbeginn gegen ihre Schöpfer auflehnen. Ein Krieg mit den zwölf Kolonien folgt, welcher rund 12 Jahre andauert. Überraschend handeln beide Seiten einen Waffenstillstand aus, in dessen Anschluß die Cylons koloniales Gebiet verlassen und über 40 Jahre lang von keiner Menschenseele mehr gesehen werden.

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Zu Beginn der Serie stellt sich heraus, dass sich die Blechbüchsen in der Zwischenzeit weiterentwickelt haben und nicht mehr umfassend Blechbüchsen genannt werden können: Sie haben humanoide Modelle entwickelt, die von echten Menschen nicht mehr zu unterscheiden sind. Mit Hilfe derer werden die zwölf Kolonien infiltriert und erleben – nachdem Gaius Baltar einer Cylon-Dame (Number Six) unwissentlich-wissentlich Zugang zum Verteidigungssystem gewährt hat – einen interplanetaren atomaren Holocaust.

NUMBER SIX: Are you alive?
SOLDIER: Yes.
NUMBER SIX: Prove it.

Battlestar Galactica. Miniseries, Part I.

Als letzter Teil des Aufstandes gegen ihre Schöpfer stellt sich heraus, dass die Cylons im Gegensatz zu ihnen an den einen Gott glauben. Einige zehntausend Überlebende (unter ihnen Baltar) können sich auf Schiffe retten, welche sich zu einer Flotte zusammenschließen und gemeinsam den Ort der Geschehnisse hinter sich lassen. Der Kaptain des einzigen Militärschiffs in der Flotte, Adama, erinnert sich an die Legenden um die dreizehnte Kolonie und gibt diese in einer Rede an seine Manschaft,1 nachdem er die Hoffnungslosigkeit unter den Anwesenden vollends realisiert, als Ziel der Flotte aus. Obwohl er selbst davon überzeugt ist, dass es sich nur um einen Mythos handelt. Hoffnung pflanzen– weiter, immer weiter

So zieht die Flotte durchs All, ständig von den Cylons verfolgt, die ihren Plan vollenden wollen, auf der Suche nach jener Kolonie; genannt: Erde.

Kind seiner Zeit

Im Gegensatz zum Original setzt diese neue Version auf Realismus und Nuancen. 1978 gleichen die auf der Prämisse umfassender und vollkommener Zerstörung fußenden Handlungen einem einzigen, lockeren unverbundenen Abenteuer. Und man kommt nicht umhin, in Anbetracht des damaligen Erfolges von Star Wars ein Wiederspiel desselbigen in TV-Form zu betrachten. Psychologisiert wird 1978 wenig; bis gar nicht.

Die Entscheidung Moores, die Prämisse zu nutzen und über eine reine Space Opera zu erheben, liegt somit auf der Hand. Und es ist ein guter Ansatz, den man leider im Scifi-Bereich nur sporadisch aufblitzen sieht. Moore hat 2000 in seinem Urteil über Star Trek Voyager schon vorweggenommen, wie er später seine eigene Serie ausrichten wird:

Examine the fundamental premise of VOYAGER. A starship chases a bunch of renegades. Both ships are flung to the opposite side of the galaxy. The renegades are forced to come aboard Voyager. They all have to live together on their way home, which is going to take a century or whatever they set up in the beginning. I thought, This is a good premise. That’s interesting. […] It wasn’t going to have unlimited sources of energy. It wasn’t going to have all the doodads of the Enterprise. It was going to be rougher, fending for themselves more, having to trade to get supplies that they want. That didn’t happen. It doesn’t happen at all, and it’s a lie to the audience. I think the audience intuitively knows when something is true and something is not true. VOYAGER is not true. If it were true, the ship would not look spick-and-span every week, after all these battles it goes through. How many times has the bridge been destroyed? How many shuttlecrafts have vanished, and another one just comes out of the oven? That kind of bullshitting the audience I think takes its toll. At some point the audience stops taking it seriously, because they know that this is not really the way this would happen. These people wouldn’t act like this.

STAR TREK: Ronald D. Moore, Part II (mania.com)

Die Umsetzung

Dichte Atmosphäre

Moore hält sich auch vier Jahre später daran. Die Galactica ist, ebenso wie die sich auf ihr befindenden Menschen, vom Kampf gezeichnet. Man muss Ressourcen beschaffen und verteilen. Die Cylons sind hier nicht suggerierte Gefahrenschablone, welche einzig dazu dient, in jeder Folge ein großes Abenteuer mit Weltraumkämpfen in Szene setzen zu können. Die Menschen selbst sind rekursiv der Flotte größte Gefahr. Ständig balanciert der menschliche Zusammenschluß, bar jeder Annehmlichkeit, auf der eigenen Zerrissenheit und droht, an ihr vollends zu zerbrechen.

In den Modifikationen der Prämisse spiegelt sich überdeutlich vorherrschender Zeitgeist. Religion, Terrorismus, Schläfer,2 Ängste und Misstrauen finden sich hier ebenso verdichtet, wie die Fragen nach militärischer Intervention, ziviler Rechte und deren Einschränkungen und Balance. Oder Fragen nach Schuld und Gewissen anhand der Neukonzeption des Baltar-Charakters.

It’s what you said at the ceremony before the attack, when Galactica was being decommissioned. You gave a speech, it sounded like it wasn’t the one you prepared. You said that humanity was a flawed creation, and that people still kill one another for petty jealousy and greed. You said that humanity never asked itself why it deserved to survive. Maybe you don’t.

Sharon „Athena“ Valerii. Resurrection Ship, Part 2.

Gerade in der ersten Staffel der Serie verdichten sich all diese Aspekte zu einer packenden Geschichte. Sie beeindruckten und tun es immer noch. Schon in der ersten Folge wird mit einfachsten Mitteln eine beklemmende und hoffnungslose Situation aufgezeigt.3 Die erste Staffel ist noch dichte und straffe Erzählung. Die Menschheit ist wirklich auf der Flucht. Eine Flucht, kein fröhlich-lockeres Abenteuer.

Baltar

In dieser Version ist der Charakter nicht mehr das schlichte Abziehbild eines von diktatorischen Machtfantasien beseelten Opportunisten. Dieser Baltar ist Zusammenkunft zutiefst menschlicher Regungen. Er ist sich der Mittäterschaft am Genozid seiner eigenen Rasse bewusst, auch wenn er zugleich in aller Stille relativierend beteuert, er habe und hätte diese weitreichenden Konsequenzen nicht absehen können. Er ist Überlebenskünstler, dem viel am eigenen Wohl liegt. Während sich alle anderen auf eine Seite stellen, sei es die der Menschen oder die der Cylons, gibt es für Baltar derlei vermeintlich klare und feste Grenzen nicht. Seine Seite ist zuvorderst die, die ihm etwas bedeutet. Als Mensch sieht er sich losgelöst von derlei Ab- und Ausgrenzungen. Der ganze Konflikt zwischen den Menschen und den Cylons scheint für ihn nur ein großes, sinn- und bedeutungsloses Gefüge zu sein.

Bezeichnenderweise wird anhand seines Charakters der religiöse Aspekt der Serie am prominentesten betrachtet, namentlich die Gegenüberstellung von Poly- und Monotheismus. Der regliöse Diskurs am Atheisten. Denn seitdem er den Angriff auf die Kolonien überlebt hat, sieht Baltar – und nur er – überall Number Six, wegen der er erst Geheimnisverrat beging. Die beiden sprechen miteinander, Six leitet ihn bei vielen Gesprächen an und sorgt mit ihren Einsichten zusätzlich dafür, dass Baltar fast immer zum richtigen Zeitpunkt, die passenden Dinge sagt oder macht. Six besteht dabei immer darauf, dass sie ein Bote des einzig wahren Gottes sei. Baltar selbst wiederum manövriert fast die gesamte Zeit an einem Nervenzusammenbruch vorbei. Er liefert die Gegenstimme ab; glaubt, es gäbe eine weltliche Erklärung für seine Six-Erscheinungen.4 Im späteren Verlauf wird er gar zum fleischgewordenen Übergang von der Viel- zur „Eingötterei“.5

Auf der Suche nach der Erde– und dem roten Faden

Ron Moore ist kein Anhänger langwieriger und besonders weit vorrausschauender Planung.6 Seine Philosophie fußt in der organischen Entwicklung einer Geschichte. Man schreibt das, von dem man meint, dass es die Geschichte zu diesem Zeitpunkt diktiert. Das kann etwas anderes sein, als zuvor im Geiste zurechtgelegte Pläne. Eine valide künstlerische Ansicht, erstmal. Sie kollidiert allerdings zwangsläufig mit dem Konzept einer Serie, vielmehr noch mit dem Konzept dieser Serie.

Aus der Comicwelt stammt der Begriff des „retcon“, der „retroactive continuity“. Zuvor etablierte Fakten werden zum späteren Zeitpunkt umgeworfen und – in erhoffter Gleichgültigkeit und/oder Einverständnis des Rezipienten – durch andere ersetzt. Moore und sein Team gingen einen ähnlichen Weg. Sie ersetzten zwar nicht die Fakten, aber sie schufen für die vormals, wohl nicht besonders langfristig gedachten, Konstrukte im Nachhinein Sinn und Bedeutung. Umso erstaunlicher also, dass es trotzdem größtenteils funktioniert hat. Unweigerlich zerbrach jedoch dieser ohnehin schon instabile Bau mit der dritten Staffel. Die Forderung vom Network stärker in sich geschlossene Folgen zu produzieren, war dann der letzte Dolchstoß. Die Episoden wirkten in ihrer Gesamtheit zusammenhangslos, die Handlungen nicht mehr wie aus einem Guß. Einzelne Handlungsfragmente, deren Umsetzung jedoch zugegebenermaßen schon auf lange Zeit absehbar waren, wurden überhastet in den Vordergrund geholt, ohne das ihnen ein wirklich organischer, narrativer Fluß vorausging.

Zuvor etablierte Fakten mussten im Nachhinein erklärt oder gedeutet werden, 7 was häufig erstaunlich gut geklappt hat, oft jedoch ebenso die eklatanten Lücken offenbarte, die mit der Moore’sche Art zwangsläufig einhergehen.

Von Beginn an wurde hier also durch die Macher ein Mythenuniversum aufgebaut, dem man auf langer Sicht mit einer solchen organisatorischen Einstellung nicht gerecht werden kann. Schneller als man „Schicksal“ in eine Folge schreiben kann, überholt die eigene evozierte Epik zwangsläufig auf der anderen Seite und bringt das ganze Kartenhaus zum Wanken.

Retcon bis zum großen Finale

Die finale Staffel wird dann auch passenderweise von solchen Post-Einschüben bestimmt: Die „Final Five“, die fünf letzten bis dato unbekannten menschlichen Cylons, deren suggeriert-mystische Bedeutung zuvor allmählich hochstilisiert worden ist, werden dem Zuschauer offengelegt. Es sind altbekannte Gesichter. Retroaktiv wurde von den Autoren erst kurz vor diesem Zeitpunkt entschieden, wen vom alteingesessenen Cast es treffen wird.8 Der Charakter „Starbuck“ wird zurückgebracht (sie wurde zuvor getötet) und als Katalysator eingesetzt, um die Handlung dieser – inzwischen offiziellen – vierten und letzten Staffel zu beschleunigen. Auch wenn die Rückkehr des Charakters die sonstige Konsequenz der Serie vermissen lässt, fügt sie sich in der seit jeher ambivalenten Grundkonzeption ein. Es ist kein Geniestreich, aber es funktioniert noch.

Das Finale – ja, das ist alles schon vorher passiert… verdammt!

Der Kurzabriss: Drei Stunden für das Finale. Die erste Hälfte ist reine Action-Scifi, Geballere und noch übertriebeneres großes Finale. Die zweite Hälfte schlägt ruhigere Töne an. Die Flotte ist am Ziel ihrer Reisen angekommen. Die schon von primitiven Urmenschen bewohnte Erde. Die Überlebenden der Kolonien und die nun verbündeten Cylon-Modelle lassen sich auf ihr nieder. Es wird entschieden, alle Schiffe und fast alles an sonstiger Technologie zu zerstören und auf diesem Planeten von vorne zu beginnen. Man will den Kreislauf ewiger Zerstörung durchbrechen, der die Menschheit und ihre Kreationen schon seit Jahrtausenden befällt. Starbuck teilt dem Zuschauer noch mit, dass sie ihre Aufgabe erfüllt hat und löst sich ungesehen in Luft auf. Baltar und „seine“ echte Number Six werden von ihren Erscheinungen (Six hatte ihrerseits längere Zeit einen „Baltar“ gesehen, welcher sie ebenso in ihren Unternehmungen anleitete) ein letztes Mal besucht. Sie versichern, dass ihr Leben von nun an ein ganzen Stück unaufgeregter verlaufen wird. Schnitt und wir sind 150.000 Jahre in der Zukunft– unserer Gegenwart. Die zuvor gesehenen Engel wandern durch den Times Square, teilen uns mit, dass ein Nachfahre der Kolonisten die Stammmutter aller heutigen Menschen ist und sinnieren darüber, ob sich der Kreislauf wiederholen wird oder ob er vielleicht doch endlich durchbrochen werden konnte. Zu Hendrix‘ „All Along The Watchtower“ und einer Montage moderner Roboter-Prototypen verschwinden sie in der Menschenmenge. Schnitt. Schwarz. Ende.

Ich tendiere dazu, das Finale als billigste, als einfachste, aller möglichen Lösungen der Serie anzusehen. Sicherlich, es unterstreicht den Epos-Charakter des Ganzen, aber eingegrenzt fühlt es sich unpassend an, gerade deshalb. Es geht in meinen Augen schon in Ordnung, dass die meisten Charaktere ihr Happy Ending bekommen. Es war klar, dass eine Verbindung zu „unserer Welt“ hergestellt werden würde. Moore muss sich allerdings die Kritik gefallen lassen, dass er es sich mit diesem Finale viel zu leicht gemacht hat. Nicht etwa, weil er göttliche Intervention (oder wie immer „es“ auch genannt werden möchte) mit ins Spiel gebracht hat, das wäre absurd, denn diese Möglichkeit war schon seit Beginn der Serie immer prominent vorhanden. Nein, es ist deshalb so schlecht gemacht, gerade weil er die zuvor vorhandene und bewusst gewählte Unentscheidbarkeit (beispielsweise eben Baltars und Six‚ „Erscheinungen“), die mehrfach möglichen Deutungen und Sichtweisen allesamt zu Gunsten einer wortwörtlichen deus ex machina entsorgt und über Bord geworfen hat. Es ist göttliche Intervention. Punkt. Und das ist der eigentliche kritische Knackpunkt: Die Ambivalenz der Serie wird mit einem Vorschlaghammer eingestampft.

Über die „Botschaft“ des greisen Scifi-Bartes, „Nehmt Acht vor der Technik, sonst…“, rege ich mich da vergleichsweise schon gar nicht mehr auf.

Was bleibt

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Warum ist diese Serie aber, trotz aller ihrer Kritikpunkte, mit das Beste, dass dem Scifi-Genre in den letzten 5 Jahren passiert ist?

Emotionen. Das klingt simpel und ist natürlich so allein stehend nichtssagend. Natürlich, wie sonst sollte ein Drama funktionieren? Was ich damit meine, ist jedoch ein bestimmender Grundpfeiler der Serie, ihrer Wirkung und der Grund dafür, warum sie zumindest bei mir über weite Teile auch weiterhin hoch im Kurs stehen wird:

Battlestar Galactica war gut, wenn sie sich obigen inhaltlichen Fragen zuwendet und diese innerhalb der Handlung versuchte zu behandeln. Battlestar Galactica war jedoch ausgezeichnet, wenn sie sich von derlei immanentenmetaphysischen Diskursebenen größtenteils abgewendet und sich stattdessen einzig Seele, Gefühl und Nah-Unnahbarem zugewendet hat. Die audio-visuelle Vermittlung. Ein wenig böswillig und zutiefst analytisch kann man diesen Momenten attestieren, dass in ihnen maßlos Stil über Substanz gestellt wurde. Das war in der Tat auch so, aber gerade darin lag und liegt wiederum der Reiz: Worte fliehen in diesen Momenten, werden (höchstens) zum Hintergrund. Bild- und Musikgewalt vereinnahmt die Sinne und zeigt auf, dass es um mehr geht und gehen muss, als um den bloßen selbstreferentiellen Diskurs anhand der Handlung. Sie unterstreicht außerdem – und hier ist man wieder in der immanenten Serienkonzeption – die evozierte Epik, den explizit mystischen Charakter des Ganzen, wie es auch das hundertste Wiederkauen9 prominenter Phrasen einfach nicht zu schaffen vermag.10

Es geht um ganz grundsätzliche Dinge, die uns alle auf der einen oder anderen Ebene betreffen. Das macht gute Science fiction– das macht gute Literatur aus. Und — mit einigen Abstrichen zwar, aber — das hat die Serie wunderbar verstanden und über weite Strecken ihre Macher.

Es tut ein bisschen weh, wenn ich daran denken muss, wie die Serie den Serien-Olymp hätte erklimmen können, hätte Moore – nur ein wenig öfter – seinen geschriebenen Cylons nachgeeifert. Denn für die galt von Beginn an bedeutungsschwanger:

And they have a plan…

1 Manch prominenter, manch weniger prominenter Charakter des Originals wird außerdem umgekrempelt. „Starbuck“ und „Boomer“ sind hier Frauen, letztere ist außerdem ein Cylon.

2 Hier durch die humanoiden Cylons, welche sich unerkannt in der Flotte befinden und teilweise selbst um ihre eigene Natur nicht wissen, bis es zu spät ist.

3 1×01 – „33“. Die Cylons greifen die fliehende Flotte alle 33 Minuten an. Die ständig über der Flotte schwebende Gefahr, die eigentliche Grundkonstellation und -ausrichtung der Serie wird hier mittels des Bildes der Schlaflosigkeit, der Unruhe und erzwungener Rastlosigkeit audio-visuell wunderbar vermittelt.

4 Technische Erklärungen, z.B. ein von der echten Six implantierter Chip oder psychologische Erklärungen (eine Manifestation seiner Schuldgefühle ect.)

5 Baltar wird zum Rädelsführer eines sich um ihn bildenden Kultes, der den einen wahren Gott proklamiert. Nicht ohne Augenzwinkern ähnelt sein Erscheinungsbild der Jesus-Schablone. Dieser ganze Subplot ist endlich explizite Ausarbeitung der Außeinandersetzung zwischen poly- und monotheistischer Religion und kann als wunderbares augenzwinkerndes Gleichnis auf Kultur- und Religionsentwicklung gesehen werden.

6 Im Höchstfall wurde eine Staffel in ihren Grundrissen angedacht, konkret ausgearbeitet wurden dann aufeinanderfolgend zwei Blöcke von je 10 Folgen.

7 Nur ein Beispiel: Der schon früh etablierte Fakt, dass es 12 Modelle der (durchnummerierten) menschlichen Cylons gibt, jedoch nur 7 von ihnen dem Zuschauer bekannt gewesen sind. Der Handlungsbogen verlangte nach den mysteriösen restlichen Modellen, den „Final Five“. Problem: Von den sieben bekannten Modellen gab es chronologisch-aufsteigend alle Modellnummern von 1 – 8, außer ein Modell 7. Die restlichen Fünf hätten also Modelle 9 – 13 sein müssen – eines zuviel. Kurzerhand musste also das fehlende siebte Modell im Nachhinein „wegerzählt“ werden.

8 Auch das funktioniert, wenn man sich alte Folgen unter diesem nun hinzugedichteten Gesichtspunkt betrachtet, in den meisten Fällen ganz gut. Aber mindestens bei einem Charakter muss man zwangsläufig „retconnen“, damit die innere Serien“logik“ nicht zu störend betroffen ist.

9 „So say we all“? Ja, ich verstehe. Hänge jedoch bei jeder Erwähnung gedanklich ein herzhaftes „Frak you!“ an.

10 Und wenn man 100x Variationen von „All this has happened before, all this will happen again“ hört, macht das allein die Sache nicht automatisch transzendent. Oder im Falle späterer Folgen transzendentaler.

2 Stimmen

# ben_

Seeehr elegant die Fußnoten!

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