Das Leben müsste mehr Programmierung sein

Schaue dir deinen eigenen, gut zwei Jahre alten Code an, denke dich wieder hinein; denke dich wiederholt hinein — mit all deinem Gepäck an Wissenskrumen, die du in der Zwischenzeit womöglich hier und da am Wegesrand aufgelesen hast; du musst nicht übermäßig kritisch sein, du musst es nicht auf ein entschiedenes Urteil anlegen, musst keines erzwingen. Die Einsicht kommt dir so leicht, wie die aus ihr folgende Konsequenz. Du ersetzt. Du schreibst neu. Du wirfst um.

Und nun versuche, Blicke auf ebenso althergebrachte Standards, Gewohnheiten und Regeln zu lenken. Denkst du dich wieder — oder vielleicht zum ersten Mal — hinein? Bist du kritisch? Urteilst du? Fällt es dir leicht, in Hinsicht auf diesen Code Konsequenzen zu ziehen?

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Das Leben müsste mehr Programmierung sein. Denn dieser Code stünde uns, in seiner oberflächlich abstrakten Art, viel besser zu Gesicht als sein vermeintlich so flexibles, geistig-biologisches Pendant.

Homines sumus nun machinae

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