Bezeichnendes Unverhältnis

Anschlag in Passau: Der Chef der örtlichen Polizei ist vor seinem Wohnhaus niedergestochen und schwer verletzt worden. Der Angriff auf den Beamten hat vermutlich einen rechtsextremen Hintergrund. Bayerns Innenminister Herrmann verurteilte die Tat als „Eskalation der Gewalt“.

[…] Der kahlrasierte Täter sagte nach seinen Angaben bei der Tat: „Viele Grüße vom nationalen Widerstand. Du linkes Bullenschwein, du trampelst nicht mehr auf den Gräbern unserer Kameraden herum.“

Mordanschlag auf Passauer Polizeichef (sz)

Also so: „Mordanschlag“, „Mordversuch“ und laut Herrmann „hinterhältig und brutal“ – eine „Eskalation der Gewalt“. „Rechtsextrem“ halt. Und in diesem Kontext nimmt keiner das Wort „Terror“ in den Mund? Dabei sind sie bei anderen Gegebenheiten doch so schnell dabei. Ein brennendes Fahrzeug. Eindeutige Wortwahl. Verdacht auf Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung nach §129a StGB? Hier nicht, es sind doch nur Rechtsextreme. Scheinen verbal unantastbar.

Sonntag, 14 Dezember 2008

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