»Dear friends…«

Wenn der Gegner alle deine bisherigen Angriffe, Unterstellungen und Aussagen souverän mit einem Lächeln an sich hat abprallen lassen, dann gilt für dich nur eine Maxime: Schmutz, Angst und Suggestion sind von nun an deine besten und einzigen Freunde. Sie sind verzweifelte letzte Hoffnung. Du selbst aber, als erhabener Kandidat, hälst dich ein wenig zurück und lässt stattdessen andere den Schmutz werfen. Wofür hast du schließlich eine Kampagne? Dann ist dein Gegner kurzerhand Kommunist. Er ist Terrorist oder gottloser Atheist. Er ist schwarzer Schwarzist… was auch immer: er ist in jedem Fall ein redundant-gefühlter -ist und somit gemeingefährlich! Du willst die Menschen doch nur warnen und aufklären.

Deine dir geistig verwandten Anhänger unterstützen dich dabei so gut, wie sie es können. Zum Beispiel religiöse Gruppen wie James DobsonsFocus on the Family„. Dort hat jemand erkannt, dass der Weg in die Herzen und den Kopf der Unwissenden nicht nur allein bewegt-medial geschlagen werden muss. Das geschriebene Wort ist ebenso mächtig, literarische Fiktion eindringlich, Humor charmant-vereinnahmend.

Herausgekommen ist nun also „Letter from 2012 in Obama’s America„. Ein 16-seitiges evangelikal-humoristisches Was wäre wenn…-Feuerwerk. Wie könnte das Land nach vier Jahren Obama-Präsidentschaft ausschauen? Ohne zuviel im Voraus zu verraten: für konservative Christen besonders düster. Für alle anderen bisweilen Utopie.

Unbedingte Leseempfehlung. Humor bereichert das Leben.

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