Es dreht wieder immer

Machen wir das einfach im Stile einer dieser elendigen Deutsch-Aufgaben: Man bekommt das vorgelegt und das, das auch noch und der Vollständigkeit halber jenes. Alles soll gelesen und danach in eigenen Worten wiedergeben werden:

„Ein alter Mann mutet sich — von Fernsehkameras, Schreibenden und Co. begleitet — selbst eine stundenlange Berieselung mit recht anspruchs- und liebloser Kost zu. Als er auf die Bühne gebeten wird, nimmt er ein kleines Kissen mit, legt es auf das Podium, lehnt sich darauf und fängt an, seinem angestauten Frust Ausdruck zu verleihen. Die unwissenden Kinder haben schon viel zu lange, viel zu laut gequasselt. Im Prinzip will er seine Ruhe haben. Deshalb watscht er also kurzerhand im Affekt alle verbal ab. Wie unnütz das doch alles sei, wie viele andere nützlichere und bessere Dinge ein jeder machen könnte. Alle streicht er mit Wort und Lautstärke, alle, die sich ebenso wie er freiwillig auf Schein, Preis und Glanz eingelassen haben.

Das bekommen nun unweigerlich andere mit. Und sie saugen den Klatsch über den alten Mann geradezu in sich auf. Die meisten applaudieren ihm lautstark für seine deutlichen Worte, ein paar finden das alles nicht so passend. Und — man ahnt es schon — sie alle wollen oder müssen jetzt auch etwas wegreden, ob nun Unmut oder sonstige Befindlichkeiten. Am Ende reden sie alle für sich darüber. An Ruhe ist nun nicht mehr zu denken. Aber gerade darum ging es ja nun dem alten Mann, als er den Mund aufmachte. Er hätte es besser wissen sollen.“

Durchgefallen. Aber das musste ja auch mal gesagt werden… nicht?

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