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»Good Night, and Good Luck.«

Die McCarthy-Ära. Eine Atmosphäre, geprägt von Denunziationen und Hetzjagden. Hier setzt der in Schwarz und Weiß gehaltene Film an, behandelt die Auseinandersetzung zwischen Fernsehjournalist Murrow und jenem Senator. Und dann doch wieder nicht; obwohl stets präsent, wird McCarthys Rolle im Red Scare auf das für den Narrativ allernötigste beschränkt. Der Fokus liegt auf Murrow und seinen Kollegen, auf deren Verhalten, ihrer Entscheidung zum offenen Widerspruch, zum ehrbaren Angriff, zur Perspektive. Die Verantwortung in ihrer Rolle als Journalisten, die Verantwortung des Journalismus überhaupt. Auf der Verpflichtung zur Freiheit.

Good Night, and Good Luck ist wahrlich kein auf historische Dokumentation abzielendes Werk. Zu sehr wird Murrow als Inbegriff aller Moral, allen Anstandes und aller Integrität fast schon glorifiziert. So stark, dass an manchen Stellen Form, Präsentation (s/w) und eben Inhalt eine Einheit zu bilden scheinen. Jedoch steckt in dieser Einheit, mit all der in ihr wohnenden Ruhe, auch ein ungeheurer Reiz. Man gibt sich gerne dieser idealisiert-naiven Welt purer Aufrichtigkeit und klargezogener Linien hin, diesem flammenden Appell. Für mehr Aufrichtigkeit, mehr Integrität und Anstand. Für besonnenen Widerspruch und stärker gelebter Verantwortung.

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