»Crash«

Crash. Oder wie er hierzulande heißt: L.A. Crash. Der Zusatz musste für den hiesigen Markt wohl sein, alles andere wäre zu verwirrend. Den Film jedenfalls nach langer Zeit mal gesehen. Wurde ja damals beim Oscar als bester Film ausgezeichnet, trotzdem (harhar) habe ich bisher hier und da nur gute Meinungen über ihn gehört/gelesen.

Leute, hat mich mein Geschmack verlassen? Oder — wahrscheinlicher — erst gar nicht gefunden? Denn ich fragte mich nach dem Abspan wirklich, wie man sowas allen Ernstes inhaltlich fressen und ausgezeichnet finden kann– wie? Da mag ja einiges an Themen angeklungen sein — Distanzierung, Vorurteile, Rassismus, politischer Heuchelsumpf ect. — aber gerade das ein Hauptproblem: nur angeklungen. Viel eher ist angerissen, denn wirklich bearbeitet, tiefergehend betrachtet, worden. Im besten Fall ist es der Versuch einer Studie, welche aber zu jeder Zeit von ihrem Rahmen geradezu abgewürgt worden ist.

Das will ich ausdrücken, dafür muss dieses und jenes geschehen schreit das Drehbuch, während es sich dabei stellenweise sogar selbst untergräbt und jegliche Absicht, mag sie noch so ehrbar gewesen sein, von den eigentlichen Geschichten im Keim erstickt wird. Abziehbildchen von sterotypen Charakteren, die in dermaßen gekünstelten Welten und konstruierten Handlungen umherirren, dass es mir ein Graus ist. Realistisch wollte er wohl sein, dieser Zusammenbruch, pardon Zusammenstoß. Oder wenigstens Realismus in gestelzten Gleichnissen aufzeigen. Vielleicht hätten sie es mal mit richtigen V-Effekten probieren sollen. Wäre in dem inhaltlichen Kontext glaubhafter gewesen.

Samstag, 9 August 2008

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