Gespräche unter Verrückten

„Wir alle werden verrückt geboren. Manche bleiben es.“ Wie optimistisch, der Gute… Ich halte es da eher mit der lieblichen Maxime, dass wir alle verrückt geboren werden, wir alle verrückt sind und wir alle auch verrückt bleiben werden. Manch einen trifft es dabei stärker, manch einen weniger. Aber was heisst das schon? In einer Welt, in der jeder nicht so recht passt, ist so ein weniger weder tröstlich, noch ein im besonderem Maße glücklicher Umstand.

All das: überhaupt; doch gerade, wenn Kommunikation zwischen dem stärker und dem schwächer Befallenen stattfinden muss, wenn sich dieses stärker nicht in Melancholie äußert, sondern stattdessen in reinster mania, im reinsten Zorn? Gespräche unter Verrückten. Und momentan bin ich nicht gewillt, mich auf ein solches Gespräch einzulassen. Denn die mania ist infektiös. Sie ist ein Geschwür. Der Zorn greift in seiner Blindheit nach allem und bekommt er dabei etwas zu fassen, wird er anstecken. Und über kurz oder lang findet man sich an einem anderen entrückten Ort wieder. Gemeinschaftlich, inmitten der Reihen stärker Befallener.

Freitag, 8 August 2008

Stimme erheben