Dumpfe Dämpfungen

Die für den Job an der Arcor-Technikhotline qualifizierende Eigenschaft scheint nicht etwa technischer Sachverstand (kann man haben, braucht’s aber allen Anschein nach nicht) zu sein, sondern vielmehr die Fähigkeit, dem eigenen Konzern Aufwand und Mehrkosten zu ersparen. Eine Art das zu erreichen: dem Kunden verklickern, er sei alleinige Ursache für jedwede technische Störung.

Wenn sich also beim Kunden plötzlich Verbindungsabbrüche häufen und zeitgleich der Downstream dauerhaft auf das Niveau von Dorf-DSL absackt, schaut man zuerst nicht auf Leitungswerte, überprüft anschließend nicht, ob vielleicht in der Vermittlungsstelle beim DSLAM alles im grünen Bereich ist oder denkt gar an den Verteilerkasten; nein — man fragt den Kunden zuerst, ob er denn am Splitter ein „Verlängerungskabel“ zum Modem hängen hat. Bejaht das der Kunde (egal, ob das nun zwei, fünf oder 50 Meter sind), ha! da hat man ihm im Sack. Selbst Schuld, einfach mal das 2m Kabel dranmachen.

Hat man die Stimme am Telefon dann irgendwann vielleicht doch mit ungewöhnlich ruhigen Tönen davon überzeugt, dass man wenigstens nicht kompletter DAU ist, schaut sie vielleicht doch kurz die Leitungswerte an, versucht dabei nochmals mit Signalbegriffen/-abkürzungen einzuschüchtern: Was? Das geht ja gar nicht. Puh, die Dämpfung… Der SNR… Und dann ein 6000’er Anschluß? Könnte jetzt ja auch an der Hardware liegen, aber nicht an der Leitung. Ich schick zur Sicherheit mal einen neuen Splitter raus und den Download halbiere ich solange…

Spätestens zu diesem Zeitpunkt lohnt nichts mehr. Ein Kommentar bezüglich fehlender Logik bei allen vorher gehörten Sprüchen und erneute Forderungen hebt man sich dann besser für das nächste Gespräch auf. Man muss manchmal wohl alle 0815-Schritte des Amtes durchlaufen. Damit man letzen Endes auf der anderen Seite alle möglichen Ausflüchte und pseudo-Hilfsmöglichkeiten verliert und endlich das tut, was man schon von Beginn an hätte tun können. Und sollen.

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