»The Big Bang Theory«

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Die Show hat eigentlich alles Nötige, sich im Einheitsbrei der täglichen TV-Kost still und passgerecht einzufügen und damit den Weg der breiten Masse zu gehen. Man ist gewohnte 4-Kamera-Sitcom-Kost. Man hat all die eingespielten Lacher, hat eine vermeintliche 0815-on-and-off-Romanze im Stile von Friends und zusätzlich gleich mehrere wandelnde Geek-Klischees. The Big Bang Theory hat also alle diese Zutaten– mehr noch: die Serie hat alle Zutaten gleich in vielfacher Konzentration. Und trotzdem gefällt sie mir… verdammt.

Leonard: Sheldon, we have to do this.
Sheldon: No, we don’t. We have to take in nourishment, expel waste, and inhale enough oxygen to keep our cells from dying. Everything else is optional.

The Big Bang Theory. 1×09 – „The Cooper-Hofstadter Polarization“

Wenn ich aber so darüber nachdenke, warum aufs Neue ein Widerspruch erkennbar ist, komme ich zur mögliche Erklärungen. Die Show ist eine Liebeserklärung. An das, was vormals unter Geek-Kultur ein Nischendasein fristen musste und nun, dank stetig fortschreitender digitaler Integration und Verschmelzung, aus dem Schatten ins Tageslicht tritt. Normalität als Punchline benutzen, da kann der status quo in Sachen Humor nicht stagnieren, sonst fällt er in seiner Wirkung hart auf die Nase. Man merkt es den Skripten an, dass da Leute sitzen, die mitunter selbstkritisch, aber eben nicht beklemmt und eingeengt nur eine Humor-Schiene fahren müssen. Da wird aus dem Netz bekannte „Diskussionskultur“ auf die Mattscheibe gefeuert und es werden zeitgleich Oden und Hymnen angestimmt. Geek-Gegenkultur im TV — mit typischen Begleiterscheinungen eben.

Penny: Yes, I know men can’t fly…
Sheldon: No, no lets assume that they can… Lois Lane is falling accelerating at an initial rate of 32 feet per second per second… Superman swoops down to save her by reaching out two arms of steel… Miss Lane who is now traveling at approximately 120 miles an hour hits them and is immediately sliced into three equal pieces.
Leonard: Unless Superman matches her speed and decelerates.
Sheldon: In what space, sir? In what space?! She’s 2 feet above the ground. Frankly if he really loved her he’d let her hit the pavement it’d be a more merciful death.

The Big Bang Theory. 1×02 – „The Big Bran Hypothesis“

Übrigens: Jim Parsons, das ist der Darsteller des Sheldon, scheint sich auf diese Rolle mit dem Anschauen aller Frasier-Folgen vorbereitet zu haben. Echt unglaublich, wie er dabei zu einem jüngeren David Hyde-Pierce mutiert. Und das sollte in diesem Kontext immer als Kompliment gelesen werden. Last but not least: durch diese Serie wurde ich wieder explizit an Chuck Lorres Vanity Cards erinnert. Allein dafür habe ich doch gerne die erste Staffel geschaut.

Eine Stimme

# zwetschgo

Ich hab mir jetzt auch mal ein paar Folgen angetan. Ich mag ja so typische Sitcoms gar nicht, aber du hast recht, irgendwie ist das etwas anderes. Werde mir das wohl mit der Zeit alles mal reintun, hat ja gerade auch die zweite Staffel angefangen. Danke für den Tipp.

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