IDachtnullsechs

Ich bin ja (glücklicherweise) mit einer natürlichen Unlust an Ordnung ausgestattet worden. Zumindest die meiste Zeit über. Umso störender empfinde ich es deshalb, wenn alle Jubeljahre doch ein latenter Ordnungsfimmel von mir Besitz ergreift. In Form dieser bekannt-nervigen inneren Stimme, die hämmernd meint, es sei jetzt einfach wieder an der Zeit, es könne so ja absolut nicht weitergehen, die Ordnung müsse sich gefühlt wieder einstellen. Und die Stimme peitscht solange, bis die nötigen (sagt sie zumindest) Aufräumaktionen vollbracht sind. Die wirklich fiese Pointe daran für mich: ein Gefühl der Genugtuung stellt sich nach Abschluß ein. Soetwas wie innere Zufriedenheit. Große Illusion und deshalb schrecklicher Hohn und schreckliche Qual zugleich.

Das gilt alles sowohl in analoger wie auch in digitaler Umgebung. Paradoxerweise finde ich im letztgenannten Kontext daran nichts fies oder quälend. Deshalb wird die zu erfüllende Aufgabe zum Wochenende hin sein, das Stylesheet hier auszumisten. Muss ja sein.

Warum aber unterscheidet sich dieses Empfinden je nach „Welt“? Warum kann dieser Widerspruch nicht wenigstens vor meiner Institution– meiner Kirche der Unlust und Faulheit haltmachen, verdammt nochmal.

2 Stimmen

Stimme erheben