Gekreuzte Ständer

Eine Drogeriekette mit eigentlich unanständigem Namen, unterhält in einem Haus der Fuldaer Kirchengemeinde St. Blasius eine Filiale. Dem Geschäft ist es laut Mietklausel untersagt, Artikel zu verkaufen, die „das öffentliche Ansehen der Kirche herabsetzen“ könnten. Deshalb werden in jener Filiale Kondome weder beworben noch sind diese vorrätig. Herrlich, gleich doppelte Realsatire:

Eine Gemeinde namens St. Blasius — Heiliger, Schutzpatron und u.a. „Helfer gegen Halsleiden“ — gestattet den Verkauf von Kondomen nicht. Verständlich, könnte ja beim Spielen verschluckt werden und dann hätte man den Salat, der Schutzpatron müsste Überstunden schieben.

Die zitierte Reaktion einer Mitarbeiterin des Drogeriemarktes: „Das ist ja wie im Mittelalter.“ Und man fragt sich, ob sie sich dabei nun auf ihren einschlägig bekannten Arbeitgeber und die bei ihm zuhauf kritisierten Arbeitsbedingungen und -situationen bezieht oder doch nur auf eine Frage in Hinblick auf das Kondomverbot reagiert.

Eine Stimme

# zwetschgo

Hab ich auch grad bei Ehrensenf gesehen. Dass die Deppen nie einsehen werden wie gnadenlos veraltet ihre Ansichten sind. Da platzt mir jedesmal die Hutschnur.

Über Schlecker und deren Sklavenhaltung brauchen wir gar nicht reden, darüber regt sich die heilige katholische Kirche aber nicht auf. Ich hab zumindest nichts davon gelesen oder gehört. Vielleicht sollte sie mal überprüfen was arbeitsrechlich in ihren Häusern abgeht, bevor sie sich um hahnebüchene Sachen wie ein Kondom(verkaufs-)verbot kümmert.

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