»… the life of kings«

flickr | CC

„All in the game.“ — Traditional West Baltimore

6 Jahre, 5 Staffeln und 60 Folgen — das war es mit „The Wire„. Das Ende. Obwohl es, das hat die Serie in all dieser Zeit dargestellt, im Prinzip kein Ende geben wird. Nothing changes umschreibt, möchte man sich aus der Vielzahl der Themen und Motive eines herausgreifen, das wesentlichste — nein, das bestimmenste — Motiv simpel und treffend.

Es hat sich nichts geändert, es ändert sich nichts und es wird sich auch nichts ändern, wenn tagtäglich nur Variationen desselben Drecks immer und immer wieder vollzogen werden. Egal, in welcher Institution sich das Individuum dabei auch befindet; welche es gewählt hat.

Die Mechanismen stehen fest, bleiben immer grundlegend gleich und umschließen den Einzelnen früher oder später, verändern ihn soweit, bis er ein Teil in der großen Maschinerie ist. Das lässt sich nicht vermeiden, man gehört automatisch einer Institution an. Da die große Veränderung wohl ausbleibt, eine Befreiung aus diesen Gegebenheiten in weite Ferne rückt, ist somit das eigene Handeln ausschlaggebend. Sich selber Grenzen zu setzen, welche man auf keinen Fall überschreitet, ist die einzige Möglichkeit, die Ferne vielleicht etwas schneller näherrücken zu lassen. Grenzen so setzen, dass sich nicht einmal irgendeine vermeintlich wichtige Institution im Stande sieht, diese zersprengen zu können. Eine gewisse Restintegrität bewahren in der Normalität der verschwimmenden Linien.

Was bleibt? Die wiederholte Feststellung, dass die Serie das Beste war, das dem Medium in den letzten paar Jahren gelungen ist. In absehbarer Zukunft wird sie das auch noch lange Zeit bleiben. Eine dermaßen konsequente Umsetzung einer Idee, die eigentlich in der heutigen Medienlandschaft kaum noch machbar schien. Entgegen der meisten Standards und Konventionen vom Anfang bis zum Ende durchdokumentierte künstliche Realität, wie auch realistische Kunst. Die Meßlatte wurde verdammt weit oben abgelegt. Danke dafür.

„It is really the life of kings.“

H. L. Mencken, 1953

Stimme erheben