Budget ist Budget, Verlust ist Verlust

Nach 874 Millionen Euro im Jahr 2006 gingen die Einnahmen um bis zu 30 Millionen Euro zurück, sagte eine Gema-Sprecherin der in Essen erscheinenden Westdeutschen Allgemeinen Zeitung (WAZ). „Erstmals in der Gema-Geschichte haben die Einnahmen in einer solchen Höhe abgenommen“, sagte die Sprecherin. Grund seien das illegale Herunterladen von Musik aus dem Internet und das Brennen von CDs.

presseportal: WAZ: Einbruch bei Gema-Gebühren

Monokausale Ursachenforschung. Schwups, ist die Begründung da. Aber natürlich berechtigt, denn… in releated news:

  • „“Sins of a Solar Empire“ wird laut Hersteller, ebenso wie das vorherige „Galactic Civilizations 2“, ohne irgendeinen Kopierschutz verkauft. Man hat auch keinen Grund dafür, etwas an dieser Offenheit zu ändern, schließlich übertrafen die Verkaufszahlen des Vorgängers vor ca. zwei Jahren — entgegen aller Misstöne aus der Industrie — alle Erwartungen.
  • Die MPAA korrigiert die in einer 2005’er Studie genannten Zahlen zum Raub-/Mordkopierertum. Zwar wird nicht an den allgemeinen Verlustrechnungen gerüttelt, aber immerhin sind 44% der verlorenen Einnahmen Studenten nicht anzurechnen, jetzt nur noch 15%. So ein schwerwiegender Fehler muss Konsequenzen haben, weshalb eine „unabhängige“ Drittfirma für alle folgenden Zahlen der Studien herangezogen wird. Unabhängig und MPAA, genau.
  • Die GVU (Gesellschaft zur Verfolgung von |Verwertungsrecht|Urheberrechtsverletzungen) stellte am 11. Januar „Strafanträge gegen drei ‚First Seeder‘, die Ersteinsteller der Raubkopie in eine so genannte Tauschbörse.“ Die gegenständliche Raubkopie: ein CAM-Mitschnitt vom Schweiger-Film „Keinohrhasen“. Schweiger zeigt kein Verständnis für den qualitativ minderwertigen Mittschnitt. GVU zeigt viel Verständnis und Freude für Schweigers Reaktion.
  • Die Besucherzahlen in deutschen Kinos liegen laut HDF Kino knapp 25% über denen des letzten Jahres. Als Grund hierfür wird vor allem der starke Jahreseinstieg mit dem Schweiger-Film „Keinohrhasen“ gesehen. Bis Ende Januar 2008 ganze 3,9 Millionen Zuschauer, die für vermutete Qualität scheinbar auf den seit Anfang Januar verfügbaren Mitschnitt verzichteten und lieber ihr Geld in den Kinos lassen wollten.

> „Wer Brötchen stiehlt, ist ein Dieb. Dann kann es doch nicht ,cool‘ sein, das Lebensmittel Musik zu stehlen. Wer in Musik fairliebt ist, beklaut sie nicht!“

Frank Dostal, Stellvertretender GEMA-Aufsichtsratsvorsitzender — GEMA Nachrichten #179 (pdf)

Hunger muss bekämpft werden. Und wenn es nur um stinknormale Brötchen geht. Aber vielleicht liegt da der Problemhund begraben: Es sind Brötchen, kein Kaviar.

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