Californication

Hank Moody ist Schriftsteller. Lieferte mit seinem Buch God Hates Us All — von Lesern und Kritikern gleichermaßen bejubelt — einen Bestseller ab. Hanks Leben könnte nicht besser sein, wäre da nicht seine folgende Schreibblockade und der Umstand, dass Ex-Freundin Karen zusammen mit der gemeinsamen Tochter schon bei einem anderen Mann wohnt und die Hochzeit der beiden bevorsteht. Was wiederum dazu führt, dass Moodys Leben nur noch eine Gradwanderung zwischen Alkohol, Sex und dem Versuch, irgendwie die auseinanderbrochene Beziehung zu Karen wieder zu kitten, ist. Dass sein Buch auch noch die Vorlage für einen erfolgreichen Blockbuster namens A Crazy Little Thing Called Love („mit Tom und Katie“) gab, ist da nur der sprichwörtliche Tropfen…

„To quote the Clash, Should I stay or should I rock the Casbah?“

Wenn die Karriere nach dem Ende einer Kultserie einen Knick erleidet, was macht man da für gewöhnlich, um der Festlegung auf eine bestimmte Rolle zu entgehen? Kontraste suchen, einen Charakter spielen, der ein Negativabzug ist.

Californication„, Duchovnys erste große Serien-Hauptrolle nach den X-Akten, bietet ihm genau diese Möglichkeit; da sie bei Showtime läuft umso mehr. Moody lebt zwei Leben, abseits der ehemaligen „Familie“ ist er eine alkoholvernichtende Schlampe, die sich auf direktem Wege in die Selbstzerstörung navigiert. Die Momente mit der eigenen Tochter und Karen, die Aussicht darauf, dass es vielleicht doch noch etwas mit ihnen wird, halten Frank noch fest, stellen Fixpunkte für ihn dar. Zwangsläufig kollidieren beide Welten miteinander.

„You can’t always get what you want.“

Auf den ersten Blick ist die Show reinste Provokation: Nackte Haut hier, Alkoholexzess dort, Sexszenen hier und dort — bisweilen auch alles miteinander kombiniert, so dass es leicht fällt, nur darin die Motivation der Serie zu erkennen. Doch sind es nur Veranschaulichungen einer Sinnsuche, einer Selbstfindung Moodys. Gezeigt werden dunkle Abgründe im sonnigen Kalifornien, hübsch umzäumt von einem passenden tief-schwarzen Humor.

Auch wenn die erste Staffel im weiteren Verlauf etwas abnimmt, das Finale inhaltlich gar schon als Antithese zu allen vorangegangenen Episoden steht, ist „Californication“ eine der bemerkenswerteren Serien in der Fernsehlandschaft. Kompromisslos böse im Umgang mit den Abgründen ihrer Charaktere, ebenso wie mit ihren Hoffnungen.

Montag, 5 November 2007

2 Stimmen

# zwetschgo

Erste Staffel? Heißt das da kommt noch eine? Fänd ich klasse. Hat mir gut gefallen. Aber im Prinzip könnte man es auch so stehen lassen.

# fym

Jap, hat nach der vierten Folge grünes Licht für eine weitere Staffel bekommen.

Hehe, bei fast allen Serien würde es mir mehr gefallen, wenn sie nur auf ein oder zwei Staffeln ausgelegt wären. Aber dieses Finale hier mag mit seinem quasi Happy Ending irgendwie nicht so recht in die Reihe der übrigen Folgen passen.

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