Raise Awareness for rabies

Oha, da findet diese Woche in ca. 100 amerikanischen Unis die von Horowitz bzw. vom „David Horowitz Freedom Center“ organisierte „Islamo-Fascism Awareness Week“ statt. Das mit dem — in erzkonservativen Kreisen besonders beliebten — Buzzword verbundene Thema des Terrorismus steht schließlich kurz vor dem Aus. Droht, in Vergessenheit zu geraten, trotz Regierung und FOX News. Daher nochmal die klare Absichtserklärung:

The purpose of this protest is as simple as it is crucial: to confront the two Big Lies of the political left: that George Bush created the war on terror and that Global Warming is a greater danger to Americans than the terrorist threat. Nothing could be more politically incorrect than to point this out.

A Student’s Guide to Hosting Islamo-Fascism Awareness Week

Hach, da wird einem gleich warm ums Herz. Horowitz, bleibt bei seinen Leisten. Die weiteren Schlagwörter fügen sich nahtlos ein: Böse linke Hetze, die selbstverständlich unamerikanisch und unpatriotisch ist und dazu noch unverfroren total falsch liegt, wenn sie propagiert: „According to the academic left, the Islamo-fascists hate us not because we are tolerant and free, but because we are ‚oppressors.'“ Unerhört. Natürlich soll auch „linke Doppelmoral“ an den Unis durch diese „mutige“ Aktion offengelegt werden — mal schauen, wie tolerant die Unis sind, diese von konservativen Think Tanks organisierte Darstellung kompromissloser s/w-Malerei zu genehmigen. Sind ja sowieso nur Horte linker extremistischer Propaganda, laut Horowitz.

Das geplant gleichgeschaltete Programm der Aktionswoche an jeder Uni setzt vor allem auf mediales Infomaterial. Passende Filme und Dokus sollen es richten. Unter anderem ist „The Path to 9/11“ mit dabei, wird sogar als Einführungs“lektüre“ besonders hervorgehoben. Also die Doku, die u.a. der Clinton-Regierung einen Großteil der Schuld an 9/11 gibt, schließlich sei der damalige Präsident durch seine außerehelichen Eskapaden und dem folgenden Rummel nicht konzentriert genug gewesen und hätte es dabei versäumt, den langbärtigen Knaben vor dem 11. September 2001 dingfest zu machen. Wer da aber letztlich für den Rummel und die Hetzjagden sorgte, wird mal eben ausgeklammert.

Zusätzlich sollen Sit-Ins fester Programmpunkt sein, um den jeweiligen studentischen Frauenvereinigungen ihre angebliche Heuchelei um die Ohren zu hauen, weil diese in den Augen der Organisatoren nicht laut genug gegen die „Unterdrückung von Frauen im Islam“ demonstrieren. Immer wieder schön, wenn sich rechte Hardliner linke Methoden aneignen, oder? Hinsetzen, Unruhe stiften indem man blockiert, Zugang behindert und s…

Please note: Sit-ins should not obstruct university operations or violate university rules. We encourage you to station yourselves in a public area (directly outside the office of the Women’s Studies Department or the campus Women’s Center for example) and to set a start and end time for the protest.

A Student’s Guide to Hosting Islamo-Fascism Awareness Week

Nagut. Das ist dann zwar nur gemeinschaftliche Warterei und ein zwangloser Zeitvertreib, aber man kann ja schlecht alles 1:1 kopieren. Für rechtspopulistische Verquerdenker ist das wohl zumindest Äquivalent einer hemmungslosen Orgie. Hauptsache, man kann sich über die eigenen Scheuklappen freuen. Sollen sie sich ruhig präsentieren, auch wenn ich das gerne mal aus nächster Nähe beobachten wollen würde.

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