Ein Baum fällt um und…

Will man sich heute das Medienecho der gestrigen „Freiheit statt Angst“-Demonstration in Berlin zu Gemüte führen, muss man beim Blick in die Onlineportale feststellen, dass selbige wohl abgesagt worden ist. Vielleicht wurde still und heimlich umdisponiert und man zog flugs gen Burma; schloss sich dem dortigen Protestmarsch gegen das Militärregime an.

Es muss alles genau so abgelaufen sein, denn das ist wie selbstverständlich alleiniges Thema der Onlineausgaben von SZ, tagesschau, FAZ, SpOn und Co. Sofern natürlich nicht wichtigere Ereignisse – der Fassanstich des Oktoberfests, die Dreharbeiten von „Valkyrie“, Paulis PR-Pflege oder Merkels wahrhaft grünes Wochenvideo – die Nachrichtenlandschaft weit überschatten.

Halt, Kommando zurück. heise.de hatte schon gestern zwei Meldungen im Ticker: Tausende Bürger demonstrieren für „Freiheit statt Angst“ und gestern Abend „Polizeizugriffe bei Demo gegen den Überwachungsstaat“. In Anbetracht des sonstigen Angebots hiesiger Newsportale verzeiht man doch gerne den reißerischen Titel. Aber: Die Demo fand doch statt. Puh. Und ich dachte schon.

„Freiheit statt Angst“. Berlin, 22. September 2007. Foto: sw/24stunden.de

Zum Glück zeichnet dieses Hippie-Medium mit Namen „Internet“ im Informationsbereich doch eine gewisse Diversität aus. Man kann daraus Vorteile ziehen, wenn man die aus anderen Bereichen übernommene Gewohnheit ad acta legt, sich Themen passiv servieren zu lassen. Dann findet man auch etwas. Mehr Impressionen sind beispielsweise bei 24stunden.de, bei Spreeblick oder anderen neumodischen Digi-Dingens zu finden. Denn viel zu oft wird & wurde vergessen: Klowände sind häufig informativer als entsprechende Schülerzeitungen.

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