Was das Auge trifft

Hat Michael Bay jemals einen guten Film gemacht? Also „gut“ im Sinne von: Nicht nur primär und in aller Entschiedenheit auf Unterhaltung ausgelegt, so dass noch Platz für Inhalt bleibt, der sich nicht nur auf das Allernötigste beschränkt? Ich jedenfalls kann mich an keinen Streifen von ihm erinnern, der nicht in erster Linie auf Schein denn Sein setzt. Von daher wohl passend, ihn „Transformers“ drehen zu lassen. Der „Only the visuals!“-Mann nimmt sich einer Spiel- und Zeichentrickfranchise an, deren stilles Motto „More than meets the eye“ lautet. Beides für sich genommen schon humoresk anmutende leere Phrasen, kulminieren sie in „Transformers“ in aller Konsquenz zu neuen Höhen.

Die menschlichen Protagonisten, als Versatzstücke und zeitgleich Verschnaufpausen zwischen den Spielzeugkämpfen, dürfen denn auch verzweifelt gegen ihre mechanischen Rollen ankämpfen. Nichts wird ausgelassen. Neben den obligatorischen Soldaten steht an erster Stelle Sam. 17 Jahre alt und das Leben auf sich zukommen lassend, der Hauptcharakter und Dreh- und Angelpunkt der Handlung, darf in den Transformer-Pausen den hormongesteuerten Heranwachsenden mimen. Mikaela, Sams Objekt der Begierde, wird vom blassen unnahbaren IT-Girl der Schulclique zum blassen Mädel von nebenan, vorbestraft und mit eigenen familiären Problemen. Wenigstens bietet ihr Outfit Ablenkung bis zum nächsten CGI-Auftritt der Transformer.

Die liefern dann auch |Bay|Popcorn-Kino pur und sorgen auf menschlicher Seite für vollkommen unerwartete Entwicklungen. „You’re a soldier now.“ predigt eins der wandelnden Soldatenklischees Sam gegen Ende des Films. So, das war’s. Du bist erwachsen, Sam. Glückwunsch. Noch kurz aus den ILM Rechnern die letzten Grafikressourcen herausgekitzelt, darf man das typische Bay-Ende vor der am Horizont stehenden Sonne genießen.

It’s all about the fucking visuals…

Sam: „How did you find me?

Optimus Prime: „eBay.“

… and some ‚ha-ha-not-so-much‘ jokes.

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