Mastodon

Jekyll

Zwei Tage nach der Ausstrahlung schon auf DVD veröffentlicht. Da will sich die BBC anscheinend nichts entgehen lassen.

Jekyll

Jedenfalls ist „Jekyll“ mindestens eine Empfehlung wert. Steven Moffat umschreibt die Serie explizit als Fortsetzung, denn als Adaption. Hier basiert Stevensons Geschichte um Jekyll & Hyde auf tatsächlich Geschehenem, sein Protagonist existierte wirklich und nun steht im heutigen England Tom Jackman vor den gleichen dualistischen Problemen. Auch der inzwischen wohl obligatorische familiäre Aspekt darf hier sein Stelldichein geben, da Jackman seine Frau und die zwei Söhne vor seinem Untermieter schützen muss. Bei der Darstellung des Hydes verließ man sich glücklicherweise auf die Fähigkeiten des Hauptdarstellers, der ihn nur mittels Mimik und Gestik darstellt, unterstützt von dezenten Veränderungen im Make-Up. Der moderne Hyde in seiner Darstellung durch James Nesbitt als möderischer Doctor Who-Verschnitt… mit kindlichem Gemüt und zeitgleich übergroßer Libido. Ausgezeichnet.

Moffat, der sich für „Coupling“ sowie die besten Folgen der neuen Doctor Who-Staffeln verantwortlich zeichnete und hier alle sechs Teile der Serie schrieb, überträgt die bekannte Geschichte und mischt munter alte und neue Konzepte durcheinander. Sehr unterhaltsam das Ganze, auch wenn ab ca. der Hälfte der Staffel die gewollte und hervorragend inszenierte Ambiguität mehr oder weniger über Bord geworfen wird und alles etwas abdriftet.

Die BBC beweist nach „The Office“, „Extras“, „Life on Mars“ et al. wieder einmal, dass man es auf der Insel versteht, ausgezeichnete hochwertige serielle Unterhaltung zu produzieren. Ein erfrischend abwechslungsreicher Gegenpol zu vertrauten US-Importen.

In Zukunft gerne mehr davon.

Samstag, 4 August 2007

Stimme erheben