Kreisend

Einfache, schon grau gewordene, weiße Jeans, ein graues Jackett über dem verwaschenen Hemd, die verbliebenen Haare ein wilder Kranz. Im überdachten Eingangsbereich der unterirdisch gelegenen Bahnstation zieht er bedächtig Kreise zwischen Treppe und Fahrstuhl, betrachtet ab und zu die ausgehängten Fahrpläne, starrt viel öfter die schmale Treppe herab, während die leeren Taschen suchend durchwühlt werden.

Er wartet auf keine Bahn. Hadert mit sich, ob er die Treppe heruntergehen sollte. Gesteckte Ziele, ohne Sinn. Sinne ohne Ziel. Am Ende kein Unterschied auf seinem Weg herab. So entschließt er sich nach unten zu gehen, bleibt kurz vor der Treppe aber stehen, nimmt beide Hände aus der Leere. Er betrachtet sie lange, öffnet und dreht sie einzeln, hofft, er würde nur etwas übersehen. Die Gewissheit schließt seine Augen, lässt seinen Kopf und seine Schultern herabhängen; er stößt einen leisen Seufzer aus. Einen Moment später steckt er die leeren Hände wieder in die Taschen, dreht sich um und beginnt erneut. Er zieht Kreise, zwischen Treppe und Fahrstuhl, betrachtet Pläne, betrachtet Bilder, starrt die schmale Treppe herab – durchsucht leere Taschen.

Stimme erheben