Demonstratives Laufen.

Am Wochende in Frankfurt verweilt. Unter anderem das letzte Drittel der Demo „Freiheit statt Angst“ mitgegangen. Und nein, das waren sicherlich nicht „weit über 2000 Teilnehmer“, wie es eine Stimme bei der abschließenden Kundgebung enthusiastisch in die geschrumpfte Menge brüllte. Letztlich nur bestätigt worden, dass Demonstrationen mitunter sehr affige Angelegenheiten sind. Dass man sich nicht entscheiden konnte, ob man nun primär gegen Schäubles feuchte Träume (im Übrigen ein sehr schönes Plakat, siehe unten), RFID oder FÜP läuft, ist ja noch verständlich – betrifft schließlich alles das große Feld von Datenspeicherung, Privatssphäre und Co.

Dass aber die starke Anti-Genozidbewegung (Obacht, „Seite im Aufbau…“ zwar, aber da kommt bestimmt noch Großes) fleißig Flugblätter verteilte, fand wohl nicht nur ich absurd und lustig. Auch das obligatorische „Jesus rettet!“-Schild durfte nicht fehlen. So eine Demonstration ist halt auch genau das in sich selbst mehrere Male. Und als würde das noch nicht reichen, spätestens dann zumindest dieser Demonstration ein wenig kritischer zu begegnen, sich ein paar Dinge zu fragen, kommt es natürlich noch besser. Während man sich als Schäfchen in der Masse bewegte, bekam man Diskussionen der besonderen Art mit. Hinter mir lief eine Dame und ein Herr und beide sonderten Folgendes ab.

Er: Politiker — alles Verbrecher und Kriminelle!
Sie: [kurze Denkpause] Nana! So kannst du das auch nicht verallgemeinern!
Er: Ja… nagut… stimmt ja. Nicht alle. [Pause] Aber die in den USA!
Sie: [in einem Herzschlag] Genau!

Soviel Reflexion kommt immer gut. Wurde bei der Abschlußkundgebung auch besser zur Schau gestellt, als der Redner den verbliebenen Teilnehmern noch kräftig Honig um den Mund schmierte, indem er verlauten lies, dass ja nun dank dieser Demonstration fast alle Bundestagsmitglieder gegen die Vorratsdatenspeicherung stimmen würden. Aber sowas von. Der Rest der Demonstranten jubelte und freute sich. Wenigstens das.

Montag, 16 April 2007

Eine Stimme

# Mitläufer

Habe zwar ähliches auf dem ganzen Marsch mithören müssen, immerhin war dort aber keiner, der sein Gehirn, sprich Arsch, öffentlich zeigen wollte. Das ist für mich heutzutage für ein Demo ein Bombenerfolg …

Stimme erheben