Der andere Amoklauf.

Amoklauf. Mal wieder. Polemik aus purer Berechnung oder – bestenfalls – ungefilterter Unwissenheit heraus. Immer noch.

Gestern Weitere Vorbereitung – „Es [Gotcha] ist ein bisschen wie im Computerspiel“, Festigung – „Nicht viel später begann er, die Utensilien für den Amoklauf online zu sammeln, wie in einem Spiel […]“; Ausholen – „Sebastian B., das sagen Mitschüler, habe Counter Strike gespielt, das ist ein Online-Spiel, ein sogenannter Ego Shooter“. Versenkt.“>in der SZ dazu Ralf Wiegand und Claudia Fromme: _Grundsteinlegung_ – „Der 18-Jährige galt als Computerfreak und Waffennarr“; Weitere Vorbereitung – „Es [Gotcha] ist ein bisschen wie im Computerspiel“, Festigung – „Nicht viel später begann er, die Utensilien für den Amoklauf online zu sammeln, wie in einem Spiel […]“; Ausholen – „Sebastian B., das sagen Mitschüler, habe Counter Strike gespielt, das ist ein Online-Spiel, ein sogenannter Ego Shooter“. Versenkt.

Die FAZ schrieb gestern und zeigt, dass es ein wenig subtiler geht: Vorbereitend – „Der 18jährige sei leidenschaftlicher Spieler des oft als gewaltverherrlichend kritisierten Computerspiels ‚Counterstrike‘ gewesen und habe für das Spiel den Grundriß der Schule nachgebaut“; Versenken – „Nordrhein-Westfalens Innenminister Ingo Wolf […] Die furchtbare Tat zeigt, daß wir mehr gegen Gewalt in unserer Gesellschaft unternehmen müssen.“. Geschafft.

Die Welt, Weg dorthin – „Er habe stets gesagt, zur Bundeswehr gehen zu wollen. Außerdem habe der Schüler leidenschaftlich gern das Computerspiel „Counter-Strike“ gespielt und die Korridore seiner Schule als Spiel-Kulisse nachgebaut.“.“>gestriger vorbereitender Streifschuss: _Schluss_ – „Bereits vor der Tat vom Montag sei er auffällig geworden – so lief gegen ihn ein Verfahren wegen des Verstoßes gegen das Waffengesetz, weil er mit einer scharfen Waffen angetroffen worden sei.“; Weg dorthin – „Er habe stets gesagt, zur Bundeswehr gehen zu wollen. Außerdem habe der Schüler leidenschaftlich gern das Computerspiel „Counter-Strike“ gespielt und die Korridore seiner Schule als Spiel-Kulisse nachgebaut.“.

Vorgeplänkel, um der unvermeidbar folgenden Polemik aller mehr Raum zu schaffen. Den braucht man auch, damit man am darauffolgenden Tag den vorgefertigten Textblock füllen, um wiederrum zum Beispiel groß „Werden ‚Killerspiele‘ verboten?“ titeln kann. Wenigstens wird der Begriff in Anführungszeichen gesetzt, wenn auch möglicherweise aus anderen Beweggründen heraus. Jedenfalls dreht sich das Medienrad wieder unaufhörlich, treibt sich selbst und andere an, nutzt es gleich wieder für den eigenen Antrieb. Ein Wechselspiel zwischen populistischem Gehampel und tiefergehenden, konträr gesetzten, Versuchen des Verständnisses, die auch nur berechnenderweise Teil des großen Medien-Ganzen sind.

Die Täter wünschen sich ihren „spektakulären Rachefeldzug“, mediale Präsenz, Aufmerksamkeit. Wie kommen die nur darauf?

Nachtrag: medienrauschen schreibt über die letzte „Hart aber fair“-Sendung. Da haben Herr Plasberg und Redaktion sichtlich daneben gelangt. Enttäuschend.

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