«Mehr» geht immer.

Nach der wochenlangen heftigen Kritik der katholischen Kirche an der geplanten Ausstrahlung der umstrittenen Cartoon-Serie „Popetown“ […] lenkte MTV ein und entschied, zunächst nur eine Folge zu zeigen und diese zudem in eine Diskussionsrunde einzubetten. […]

Glaubt man den von MTV während der Diskussionsrunde veröffentlichten Umfragen, war eine übergroße Mehrheit für die Ausstrahlung der restlichen Folgen […] Die Quoten sprachen ebenfalls eine eindeutige Sprache: Der Marktanteile lagen ein Vielfaches über dem MTV-Schnitt.

Doch auch am fünften Tag nach der ersten „Popetown“-Folge steht noch nicht fest, ob der Rest der Staffel nun wie geplant gezeigt wird. Am wichtigsten dürfte für MTV nämlich die Reaktion der Werbekunden sein – denn hohe Quoten bringen wenig, wenn im Umfeld der Sendung niemand werben will.

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Ach, „Werbekunden“? Wirklich? Dass man sich ungewöhnlich viel Zeit nimmt, die Entscheidung bis zum Erbrechen herauszieht, um den PR-Wert der ganzen Farce möglichst hochzuhalten – das liegt ganz fern. Schließlich stand ja schon die hochstilisierte Ausstrahlung der ersten Folge nebst „Diskussionsrunde“ unter dem ernsthaften Stern names „Diskurs“. Mit einem Pushen des Medienrummels hatte das natürlich nichts zu tun. Denn hohe Quoten ziehen ja bekanntlich so gar keine Werbekunden, unabhängig von den Inhalten, an.

Und sollten da tatsächlich, neben all der anderen Sachen, Befürchtungen im Hinblick auf die Werbetreibenden existieren, sollen sie doch bei MTV das tun, was naheliegt: Ein kurzer Anruf bei Jamba & Co. und die ganzen Werbezeiten verschachern. Zur Hölle mit der Selbstauflage , das kratzt dann auch niemanden mehr, schließlich bekommt der Zuschauer letztlich das, wofür er konditioniert worden ist.

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