VerschlimmWordPressere dich.

Seit einigen Tagen nun wird die neue 2.0’er von WordPress offiziell zum Download angeboten. Das wurde inzwischen auch schon runde 39000 Mal von den Usern gemacht. Da will man natürlich nicht nachhängen, man mag ja sehen, ob sich vorherige Befürchtungen bewahrheiten oder nicht. Also wurde es gestern flugs gezogen und auf’m lokalen Webserver installiert.

Unter den Änderungen findet sich unter anderem:

• Admin Redesign – It’s not so significant as the Tiger Admin plugin, but there are a few more gadgets in the admin, especially on the Write page. You can now drag sections of the page to reorganize them, and click the plus/minus to expand/contract the sections.

• The Rich Editor – WordPress has a new post editor built in that lets you see what you’re going to get without having to decipher tags. You can also resize the editing area on the fly by dragging it, which is pretty cool. Not everyone who has tried it likes the WYSIWYG editor, so there is an option to disable it on a per-user basis.

• Improved Post Preview – Instead of displaying the post as plain text below the editor, the post is now displayed in an embedded frame, using all of the layout and CSS that is normally applied to your site. In effect, the post looks exactly like it will when you publish it, giving you ample opportunity to review the post’s layout.

• Ajax List Management – There are a few places in the admin that show lists of things and let you delete, like categories, posts, comments. Now, instead of reloading, the row turns red and then fades out.

• Ping Delay Removed – Rather than pinging trackbacks and pingbacks when the post is saved (this causes the delay you see when posting to WP1.5), the pings are attempted via a different method that allows the admin interface to respond more quickly.

Na? Wer pickt die einzige nützliche Verbesserung aus obigen Punkten heraus? Ein WYSIWYG-Editor mag ja eine nette Spielerei sein, vielleicht auch wirklich für einige Leute nützlich. Aber was ist mit all denen, die so ein nutzloses EyeCandy nicht wollen? Klar, die können es deaktivieren. Das lässt den unnötigen JavaScript-Ballast jedoch logischerweise trotzdem nicht verschwinden. Der Seitenaufbau bzw. die Reaktionszeiten der Write-Seite sind jedenfalls bei beiden Varianten miserabel. Da ist die Möglichkeit einzelne Seitenelemente verschieben zu können auch kein wirklicher Trost.

Davon abgesehen kann ich mit dem überarbeiteten Aussehen des Adminbereichs auch nicht viel anfangen. Alles ein wenig gestauchter, ein paar Optionsseiten zusammengefasst – das war’s dann aber auch schon. Funktioneller oder intuitiver ist das zumindest nicht. Aber dafür spielt jetzt in der oberen Leiste die Hintergrundfarbe Bäumchen wechsel dich. Toll.

Irgendwas haben die WordPress-Macher, in meinen Augen wie viele andere Entwickler, am Prinzip der Funktionalität und Bedienbarkeit falsch verstanden. Ein nettes Äusseres ist zwar sehr nett, aber sollten dafür doch nie oben genannte Prinzipien, Schnelligkeit und Einfachheit auf der Strecke bleiben. Genau das haben die Entwickler mit der 2.0’er Version aber geschafft. Ziemlich viel JS-Code reingestopft, der für nicht benötigte Funktionen dient und gleichzeitig dafür sorgt, dass alles träger werkelt. Bis ich nicht davon höre, dass sich in der Hinsicht so einiges verbessert hat, kommt hier zumindest kein Upgrade in Frage. Zumal da wohl sowieso in den nächsten Wochen noch munter Bugs behoben werden müssen. Schade eigentlich, dass WordPress 2.0 momentan als bestes Beispiel für Verschlimmbesserungen an Programmen herhalten kann.

So langsam sollte ich mich wirklich an ein eigenes Blogsystem nur für mich alleine hocken, auf lange Sicht würde das wohl das Beste sein. Denn diese missglückte „Höher. Schneller. Weiter.“-Epidemie scheint immer häufiger um sich zu greifen, als es eigentlich wünschenswert wäre.

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